Lehrangebote am Institut für
Kunst im Kontext der UdK Berlin
 
   
Übersicht:  
Titel: Seiltanz auf festem Boden:
Sprechen über historische und zeitgenössische Kunst.
 
Titel: "MARKTLÜCKE"
Erarbeitung eines Konzeptes zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst in Berlin
 
Titel: Vernetzung jetzt !  
Künstlerische Eingriffe in die Erwachsenenbildung (Erwachsene greifen in die bildende Kunst ein)  
Aktive Teilhabe und Existenzsicherung:
KünstlerInnen in der "Gallery - Education" in England.
 
KünstlerInnen als VermittlerInnen:
Qualifikationsanforderungen, Arbeitsfelder, Bewertungsmuster
 
   
Titel: Seiltanz auf festem Boden:
Sprechen über historische und zeitgenössische Kunst.

Eine Führung durch eine Kunstsammlung mit historisch abgesicherten Werken gestaltet sich anders als das Sprechen über Kunst in einer Galerie oder einem Ausstellungsraum mit zeitgenössischer, noch kaum besprochener Kunst.
Die Unterschiedlichkeit dieser "Sprachräume", ihre jeweiligen Anforderungen und Erwartungen sowie ihre spezifischen "Fallen" und Chancen sollen in dem Seminar erkundet werden. Dabei geht es auch um die Frage nach konkreten Arbeitsfeldern und Gestaltungsmöglichkeiten in den Führungsdiensten für KünstlerInnen, die in der Vermittlungsarbeit tätig sind.
Geplant sind einerseits Besuche der Gemäldegalerie, der Nationalgalerie und der Sammlung im Hamburger Bahnhof. Neben "Sprechproben" vor Ort besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit den jeweiligen museumspädagogischen LeiterInnen der Häuser.
Andererseits sind Übungen an Orten zeitgenössischer Kunst vorgesehen. Hier werden außerdem Gespräche mit den OrganisatorInnen verschiedener freier Unternehmen stattfinden, die auf sehr unterschiedliche Art die Vermittlung von Gegenwartskunst in Berlin zu ihrem Anliegen gemacht haben.
Diese Besuche und Praxiserfahrungen werden in Seminarsitzungen im Einsteinufer reflektiert und durch entsprechende Texte theoretisch verortet.

Eine Sitzung im Monat dient außerdem als Projektcolloqium. Darin werden ein Plakatprojekt mit SchülerInnen zur Berlinwahl und zwei einwöchige Seminare mit Schülern in der HVHS Glienicke vorgestellt und begleitet. Andere können noch hinzukommen.

Das Seminar baut auf den im Wintersemester gewonnenen Arbeitsergebnissen auf, ist aber auch für NeueinsteigerInnen offen.

 
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Titel: "MARKTLÜCKE"
Erarbeitung eines Konzeptes zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst in Berlin

In Berlin gibt es verschiedene von öffentlicher Hand geförderte Institutionen, die sich der Präsentation aktueller Kunst verpflichtet haben. Von den Kunstwerken über den NBK bis zur NGBK und dem Künstlerhaus Bethanien können sie alle auf verschiedene Gründungstraditionen, Strukturen und inhaltliche Ausrichtungen verweisen. Ihnen gemeinsam ist dennoch, daß sie einer Kunstvermittlung, die sich an ein nicht bereits kunstinteressiertes oder Fachpublikum wendet und neben sprachlich - theoretischen auch praktische Anteile birgt, nur eine relativ geringe Bedeutug zumessen.
In dem Seminar werden zunächst sechs Beispiele der englischen Gallery Education vorgestellt, an denen deutlich wird, daß die besprochenen Orte eine breit angelegte Vermittlungsarbeit als Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags begreifen. Sie arbeiten intensiv untereinander vernetzt und mit lokalen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen, Kultur,- Alten- und Jugendzentren zusammen, um möglichst viele Leute mit spezifischen Angeboten in die Auseinandersetzung über zeitgenössische Kunst miteinzubeziehen. Die Möglichkeiten einer Kunstvermittlung, die sich in ihren Sprachen und Praktiken nah an der zeitgenössischen Kunst selbst bewegt, werden anhand der vorgestellten Projekte genauso erörtert wie deren praktische und institutionelle Grenzen. Davon ausgehend soll ein Konzept zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst in Berlin entwickelt werden. Dieses orientiert sich an der Gallery Education und bezieht sich auf die Ausstellungsplanung verschiedener Berliner Kunstorte für das Jahr 2000. Neben modellhaft ausgearbeiteten Ideen für Führungen, Workshops und andere Veranstaltungen, die sich auf geplante Ausstellungen beziehen, enthält das Konzept auch Vorschläge für Formen der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen der jeweiligen Berliner Bezirke und einen konkreten Finazierungsplan. Das Konzept soll in der Folge realisiert werden.

 
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Titel: Vernetzung jetzt !

Vorbereitung der Workshops des Symposions "Ungesteuerte Prozesse"
Themenschwerpunkte:
1. Gründung eines Netzwerks für KünstlerInnen in der Kunstvermittlung
2. Genderspezifische Fragestellungen im Zwischenraum von Kunst und Kunstvermittlung

Im Mittelpunkt aller zu entwickelnden Fragen steht das KünstlerInnensubjekt in der Kulturarbeit. Die Konzentration auf Fragestellungen, die sich aus dieser besonderen Doppelposition für eine steigende Zahl von KünstlerInnen ergeben, unterscheidet UNGESTEUERTE PROZESSE von allen anderen Veranstaltungen, die zur Zeit zum Thema "Arts and Education" stattfinden.
Wie verändert sich die eigene Arbeit durch die parallele oder übergreifende Beschäftigung mit Kulturarbeit? Wie ist das Verhältnis dieser Tätigkeiten zum Kunstmarkt, auf dem zunehmend vergleichbare Projekte als Hochkunst gehandelt werden? Wie gestaltet sich das Verhältnis zu den anderen Arbeitsfeldern, in die man sich durch die Kulturarbeit hineinbegibt? Wie und als was bewertet man selbst die Ergebnisse von Kulturarbeit im Verhältnis zur visuellen Sprache der Hochkunst, die man in der Erstausbildung verinnerlicht hat? An welche Öffentlichkeit(en) wendet man sich mit dieser Arbeit? Wie geht man als Künstlerin mit den weiblich konnotierten Erwartungshaltungen und Stereotypen im Feld der Vermittlung um? Mit welchen Sprachen vermittelt man seine Arbeit gegenüber verschiedenen Adressaten? Kann es eine adäquate Sprache dafür geben und wie müßte sie beschaffen sein?Welche Kriterien und Funktionen müßte ein zu gründendes Netzwerk für KünstlerInnen in der Kunstvermittlung erfüllen? Wie könnte ein solches Netzwerk aussehen und wie könnte es wachsen und am Leben bleiben?
Diese nur im Anriß formulierten Fragen sind Ausgangspunkte für die Entwicklung von Workshopinhalten und -formen.

In dem TPS werden Arbeitsgruppen mit folgenden Aufgaben gebildet:
- Recherche zu jeweils einem Themenkomplex (anhand von Literatur, Projektbeispielen, Berichten aus der Praxis) und Konkretisierung der Fragestellung.
- Miteinbezug von eingeladenen ReferentInnen und an der Netzwerkarbeit interessierte KooperationspartnerInnen. Die Arbeitsgruppen stehen mit ihnen in Kontakt, stellen ihnen Fragen, arbeiten mit ihren Antworten weiter, regen die Auseinandersetzng der Gäste untereinander an und lassen sie von Beginn an Teil des Arbeitsprozesses sein.
- Erarbeitung von Thesenpapieren und einen Symposionsreader zur Einführung in die jeweiligen Themenschwerpunkte, die sicherstellen, daß alle TeilnehmerInnen mit einer ähnlichen Basis in die Workshops einsteigen können.
- Planung der Abläufe in den einzelnen Workshops, die Diskussion über verschiedene Formen der Moderation und Leitung. Dazu gehört auch die Entwicklung ungewöhnlicher, mit der zu verhandelnden Materie korrespondierender Methoden und Annäherungsweisen.
- Erarbeitung erster Konzepte für Internetpräsentation und Netzwerk - Rundbrief

Die Vorbereitungsteams stehen im Austausch mit der von Barbara Meyer - Marenbach geleiteten Vorbereitungsgruppe für den Projektraum und lassen ihre Ergebnisse in die Konzeption des Raums einfließen.
Ziel der Vorbereitung ist es, in die jeweiligen Workshops mit gut vorbereiteten Gästen und einem großen Maß an vorabgeklärten Grundfragen einzusteigen, die TeilnehmerInnen mit weniger Erfahrungshintergrund und theoretischen Wissen schnell auf einen Stand zu bringen, der eine produktive Teilhabe am Workshop für alle Beteiligten ermöglicht und eine Moderation zu bieten, die Raum läßt für die einzelnen Beiträge und dennoch auch eine gewisse Ergebnisorientiertheit durchsetzen kann.

 
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Künstlerische Eingriffe in die Erwachsenenbildung (Erwachsene greifen in die bildende Kunst ein)

"Würden Kunstinstitutionen nicht erwarten, dass ihr Publikum sich ihrem Angebot anpasst, müssten sie sich die Frage stellen, aus welchen Gründen ihnen der Zugang zu bestimmten Bevölkerungsschichten verschlossen ist. Sie könnten erkennen, dass sie selbst es sind, die einen Rückstand aufzuholen haben und sich weiterentwickeln müssen."
Soweit die österreichische Kulturvermittlerin Gabriele Stöger in dem kürzlich erschienenen Band "Dürfen die das? -Kunst als sozialer Raum- Art / Education / Cultural Work / Communities" .
Warum die Räume, in denen Gegenwartskunst öffentlich präsentiert oder vollzogen wird, trotz offener Türen nur einer kleinen Minderheit zugänglich sind, ist eine Frage, die in dem TPS thematisiert wird. Vor allem Ältere kommen in einem auf Jugenlichkeit / Gesundheit / Schönheit fokussierten Kunstfeld höchstens als exotisches Bildsujet vor.
Umgekehrt spielt Gegenwartskunst in den Kunstbegriffen der Älteren, die oft mit ihren Vorstellungen vom Schönen verknüpft sind, keine Rolle.
Dabei könnte sich die kulturelle Erwachsenenbildung vor allem von den jüngsten Ansätzen der Gegenwartskunst als kooperative und gesellschaftsorientierte Praxis, aber auch von der zeitgenössischen Mal- und Bastelproduktion sehr gut inspirieren lassen.
Zudem würde die regelmäßige Invasion von entsprechenden Gruppen in die Kunsträume
einen Kompetenzzuwachs in dem von Gabriele Stöger formulierten Sinn herausfordern: Kulturelle Erwachsenenbildung mit Gegenwartskunst - ein politisches Projekt?

Aufbauend auf den individuellen Erfahrungen in der Erwachsenenbildung soll das Seminar den TeilnemerInnen Gelegenheit geben, bei bisherigen Projekten aufgetauchte Fragen eingehend zu diskutieren. Mit Unterstützung durch Beispiele guter Praxis und entsprechende Literatur gilt es, zu einer reflektierten und selbstbewussten Position als KünstlerInnen in diesem Arbeitsfeld zu gelangen.

Weiterhin wird versucht, konkrete Angebote für die kulturelle Erwachsenenbildung mit praktischen Annährungen an Gegenwartskunst, ihren Methoden und Inhalten zu erarbeiten.

Das Seminar versteht sich als Fortsetzung der Veranstaltung von Jutta Kunde im WS, "Einführung in die Probleme künstlerischer Kursgestaltung in der Erwachsenenbildung", weitere TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen!

 
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Aktive Teilhabe und Existenzsicherung:
KünstlerInnen in der "Gallery - Education" in England.

Vornehmlich KünstlerInnen arbeiten in England im Bereich der "Gallery Education" , einer in Deutschland kaum praktizierten, an Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst angebundenenen Form theoretischer und praktischer Kunstvermittlung. Damit öffnet sich für sie nicht nur ein zusätzliches Arbeitsfeld zur Sicherung ihrer Existenz, sondern auch die Möglichkeit, sich mit ihrer eigenen Position in das Rezeptionsgeschehen einzumischen.
In dem Vortragr werden Beispiele der englischen Gallery Education vorgestellt: die traditionsreiche Arbeit der Whitechapel Gallery London, vor allem aber Projekte jüngerer Institutionen wie der Chisenhale Gallery und des institute of international visual arts (InivA) in London, der Site Gallery in Sheffield, der Icon Gallery in Birmingham und der Cornerhouse Gallery in Manchester. An diesen Beispielen wird deutlich werden, daß die besprochenen Orte eine breit angelegte Vermittlungsarbeit als Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags begreifen. Sie arbeiten intensiv untereinander vernetzt und mit lokalen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen, Kultur,- Alten- und Jugendzentren zusammen, um möglichst viele Leute mit spezifischen Angeboten in die Auseinandersetzung über zeitgenössische Kunst miteinzubeziehen. Die Möglichkeiten einer Kunstvermittlung, die sich in ihren Sprachen und Praktiken nah an der zeitgenössischen Kunst selbst bewegt, werden anhand der vorgestellten Projekte genauso erörtert wie deren praktische und institutionelle Grenzen und die zwangsläufig auftauchenden Probleme.


Die Englandreise, auf deren Auswertung der Vortrag fußt, war Teil eines Forschungsstipendiums des Förderprogramms Frauenforschung der Senatsverwaltung für Arbeit, berufliche Bildung und Frauen.

 
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KünstlerInnen als VermittlerInnen:
Qualifikationsanforderungen, Arbeitsfelder, Bewertungsmuster

Seit 2000 Jahren studieren am Institut für Kunst im Kontext der HdK (vormals KAW) postgraduierte Künstler und Künstlerinnen, die ein Interesse daran haben, neben oder im Zusammenhang mit ihrer Kunstproduktion auch in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kunstvermittlung tätig zu werden.
Im Rahmen der Reihe "Professionalisierungen" nutzen Katja Jedermann und Carmen Mörsch die Vorstellung der Arbeit des Instituts als Einstieg in einen Dialog über die gegenwärtige Situation von KünstlerInnen in der Kunstvermittlung. Die Heterogenität und Komplexität des Arbeitsfeldes, die durch den Begriff "Kunstvermittlung" kaum im Ansatz zu fassen sind, sollen dabei ebenso deutlich werden wie mögliche Motivationen und Eignungsvoraussetzungen für die Arbeit von KünstlerInnen in dessen verschiedenen Bereichen. Zur Sprache kommen Fragen nach der traditionellen und gegenwärtigen Bewertung der Kunstvermittlung sowie nach geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen innerhalb des kulturellen Feldes, nach Möglichkeiten der Projektförderung und Weiterqualifizierung von KünstlerInnen durch Tätigkeiten im Bereich der Kunstvermittlung und nach dem Verhältnis von Kunstvermittlung und verschiedenen zeitgenössischen künstlerischen Praxen.

Vortrag zusammen mit Katja Jedermann

 
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