Wahrer als die wirkliche Welt, Blick in die Ausstellung
Blick auf die Fassade mit erleuchtetem Innenraum
Zur Ausstellung "Wahrer als die Wirkliche Welt"
 
Produzentengalerie Kassel, vom 30. 8. bis 20. 9. 1996
Die Produzentengalerie in Kassel befindet sich in einer ehemaligen Fabriketage. Die beiden längeren Wände des Raumes bestehen fast ganz aus Fenstern. Insgesamt sind es zehn große Sprossenfenster, jedes davon mit dreißig Glasscheiben bestückt.

Die Einladung, in der Galerie auszustellen, begriff ich zugleich als Aufforderung, ein auf diese dominanten Raumverhältnisse zugespitztes Konzept zu entwickeln.

So enstand die Idee, für die Ausstellung dreihundert Glasscheiben zu bemalen und damit die Fenster der Galerie zu verkleiden. Boden und Wände des Raumes blieben leer.

Da es für mich im Sommer 1996 Zeit war, eine Zäsur zu setzen und auf meine bisherige künstlerische Arbeit zurückzublicken, nutze ich die Struktur des Ortes, um eine Art "innere Enzyklopädie " entstehen zu lassen. Ich behandelte die Fenster wie Seiten eines Lexikons, von der jede eine andere Kategorie der Themen repräsentierte, mit denen ich mich bis dahin beschäftigt hatte.

In der klar in sich geschlossenen Form der Fenster sah ich die Möglichkeit, sehr unterschiedliche Bilderwelten nebeneinander zu stellen, so wie sie auch in meiner Vorstellung nebeneinander existieren, sich gegenseitig ergänzen oder konkurrieren. Die malerischen Lösungen waren bei den einzelnen Fenstern unterschiedlich, aber innerhalb eines jeden Fensters durchgehalten.

Der weiße Raum der Produzentengalerie wurde während dieser Ausstellung in farbiges Licht getaucht. Nachts wurde der Raum von innen erleuchtet, so das man die Fenster von außen betrachten konnte.Die Erinnerung an sakrale Räume war zwangsläufig, jedoch wurde der sakrale Charakter durch manchen Inhalt der Fenster wieder gebrochen.

Von den farbigen Fenstern der Kathedralen sagte man, das durch sie hindurchbrechende Licht illuminiere eine Welt, die wahrer sei als die wirkliche.Der Titel der Ausstellung bezog sich auf diese Aussage. Er formulierte einen Anspruch, der in der zeitgenössischen Kunst als nicht einlösbar gilt und deswegen nur als Sehnsucht, als Frage an die eigene Arbeit verstanden werden kann.

 
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ROTALGEN Meine dreißig Lieblingstugenden
"Rotalgen"
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Gesamtansicht "Rotalgen",
ca. 200 x 200 cm, Öl auf Glas
"Meine dreißig Lieblingstugenden"
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"Meine dreißig Lieblingstugenden",
Öl auf Glas
VIREN Braunalgen
"Viren",
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Gesamtansicht "Viren"
Lack auf Glas
"Braunalgen"
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Gesamtansicht "Braunalgen"
Öl auf Glas
Alles in Ordnung Würmer
"Alles in Ordnung"
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"Alles in Ordnung"
Lack und Filzstift auf Glas
"Würmer"
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Gesamtansicht "Würmer"
Öl auf Glas
Wie Du mir, so ich Dir Grünalgen
"Wie Du mir, so ich Dir"
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"Wie Du mir, so ich Dir"
geritzter Lack auf Glas
"Grünalgen"
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Gesamtansicht "Grünalgen"
Öl auf Glas
Sprüche von Paul und Helmut
"Sprüche von Paul und Helmut"
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"Sprüche von Paul und Helmut"
Öl auf Glas
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